Eine private Sahara-Tour in Marokko startet meist in Marrakesch oder Fès und führt an den Erg Chebbi bei Merzouga, dessen rund 150 Meter hohe Dünen als die höchsten Marokkos gelten. Weil allein die Straße von Marrakesch dorthin rund 550 Kilometer misst, sollten Sie mindestens drei Tage einplanen. Haben Sie nur einen freien Abend, bleibt die Agafay-Wüste, die von Marrakesch aus in einer halben Stunde erreichbar ist.
Welche Wüste passt zu Ihrer Reise?
Marokko bietet vier sehr unterschiedliche Wüstenziele. Die Wahl hängt vor allem davon ab, wie viele Tage Sie haben und wie abgelegen es sein darf.
| Ziel | Anfahrt ab Marrakesch | Mindestens | Charakter |
|---|---|---|---|
| Agafay | rund 30 Minuten | ein Abend | Wüstenkulisse vor der Stadt, Camps, Ausflüge per Geländewagen oder Buggy |
| Zagora im Draa-Tal | etwa 350 km, 6 bis 7 Std. | zwei Tage | Kasbahs im Draa-Tal, kürzer als die Fahrt zu den großen Ergs |
| Erg Chebbi bei Merzouga | 550 bis 560 km, reine Fahrzeit 8 bis 10 Std. | drei Tage | höchste Dünen Marokkos, rund 150 m |
| Erg Chigaga | bis M'Hamid 7 bis 8 Std., danach 40 bis 60 km Piste | drei bis vier Tage | abgelegen, nur per Geländewagen erreichbar |
Für die erste Wüstenreise ist der Erg Chebbi die naheliegende Wahl: Die Dünen sind die höchsten des Landes, und der Weg dorthin führt an Kasbahs und Schluchten vorbei. Der Erg Chigaga ist das Ziel für alle, die Abgeschiedenheit suchen. Seine Dünen sind niedriger, und die Straße endet schon in M'Hamid El Ghizlane, laut Fremdenverkehrsamt die letzte Oase vor der Sahara. Ab dort geht es nur noch mit dem Geländewagen weiter.
Zagora ist ein Kompromiss für zwei Reisetage, die Agafay ein Wüstenabend ohne lange Anreise. Beide ersetzen nicht das Erlebnis hoher Sanddünen, passen aber gut zu einer kurzen Reise.
Wie verläuft eine Wüstentour ab Marrakesch?
Die klassische Route quert den Hohen Atlas, folgt den Oasentälern des Südens und erreicht am zweiten Tag die Dünen. Unterwegs liegen einige der bekanntesten Orte Marokkos.
- Über den Atlas: Am Tizi n'Tichka erreicht die N9 laut Beschilderung rund 2.260 Meter Höhe. Für die etwa 200 Kilometer nach Ouarzazate brauchen Sie mit Fotopausen vier bis viereinhalb Stunden.
- Aït-Ben-Haddou und Ouarzazate: Der befestigte Ksar aus Lehmbauten mit Mauern und Ecktürmen gehört seit 1987 zum UNESCO-Welterbe. Ouarzazate trägt wegen seiner Filmstudios den Beinamen „Hollywood Afrikas“.
- Dades und Todra: Etwa 15 Kilometer von Tinghir entfernt verengt sich die Todra-Schlucht zwischen rund 300 Meter hohen Kalkwänden. Das Dades-Tal zeigt sich offener, mit Gärten und kurvenreichen Straßen.
- Merzouga: Ab Ouarzazate sind es noch rund 350 Kilometer bis an den Rand des Erg Chebbi. Rissani und Erfoud sind die nächstgelegenen Orte.
Danach geht es zurück nach Marrakesch oder über Midelt und Ifrane quer durch den Mittleren Atlas weiter nach Fès, eine Strecke von 450 bis 480 Kilometern oder sieben bis neun Stunden. Wer ohnehin beide Städte besuchen möchte, legt die Wüste dazwischen und spart sich die Rückfahrt.
Wann ist die beste Zeit für die Sahara?
Frühling und Herbst. Diese beiden Jahreszeiten nennt auch das marokkanische Fremdenverkehrsamt für Reisen in die Wüste, verbunden mit dem Hinweis auf kalte Nächte.
Sommerliche Nachmittage bringen im Landesinneren oft mehr als 35 °C, bei Chergui, dem heißen Wind aus der Sahara, auch rund 41 °C. Kamelritt und Dünenspaziergang verlegen Sie dann auf den frühen Morgen und den späten Abend. Winterliche Tage sind angenehm, die Nächte in der nördlichen Sahara jedoch frostig. Weil Schnee und Steinschlag den Pass Tizi n'Tichka hin und wieder unpassierbar machen, gehört in jede Winterroute ein Puffertag.
Der Fastenmonat Ramadan wandert jedes Jahr um rund elf Tage im Kalender nach vorn. Auch dann ist eine Wüstentour gut möglich, nur sind unterwegs manche Restaurants tagsüber geschlossen.
Worauf achten Sie bei Camp und Ablauf?
Das Camp prägt die Wüstennacht stärker als jeder andere Teil der Reise. Klären Sie die wichtigsten Punkte deshalb vor der Buchung.
- Zelt und Bad: Klären Sie, ob zum Zelt ein eigenes Bad gehört und wie es in kalten Nächten warm gehalten wird.
- Weg zum Camp: per Geländewagen oder auf dem Kamel, und wie lange der Weg durch die Dünen dauert.
- Gepäck: Eine kleine Tasche für die Nacht ist praktischer als der große Koffer.
- Kleidung: Mehrere Lagen, eine warme Jacke und eine Mütze gehören auch im Frühling ins Gepäck.
- Drohnen: Wer keine vorab erteilte Erlaubnis der Luftfahrtbehörde DGAC vorweisen kann, riskiert die Beschlagnahme.
Wer die Nacht in den Dünen besonders komfortabel verbringen möchte, findet Anregungen bei unseren Luxusreisen.
Touren in die Wüste
- Drei Tage privat von Marrakesch in die Sahara
- Privater Tagesausflug nach Ouarzazate und Aït-Ben-Haddou
- Privater Tagesausflug ab Marrakesch
- Zehntägige Privatrundreise von den Königsstädten bis in die Sahara
Die Wüste ist oft nur ein Teil der Reise. Wie Sie sie einbetten, zeigen unsere Marokko-Rundreisen; für Ankunft und Abreise hilft der Bereich Flughafentransfer, für Klima, Einreise und Packliste die Reiseplanung. Den Gesamtüberblick bietet die Startseite.
Häufige Fragen
Wie viele Tage braucht eine Sahara-Tour ab Marrakesch?
Für den Erg Chebbi drei Tage. Die reine Fahrzeit bis Merzouga liegt bei acht bis zehn Stunden, deshalb liegt eine Übernachtung dazwischen, etwa im Dades-Tal, bei der Todra-Schlucht oder in Ouarzazate, und Sie erreichen die Dünen am zweiten Tag. Für Zagora genügen zwei Tage, für den abgelegenen Erg Chigaga sollten Sie drei bis vier einplanen.
Erg Chebbi oder Erg Chigaga: Was ist der Unterschied?
Am Erg Chebbi bei Merzouga stehen mit rund 150 Metern die höchsten Dünen Marokkos, und Sie erreichen ihn auf der Straße; Rissani und Erfoud liegen in der Nähe. Der Erg Chigaga ist abgelegener: Hinter M'Hamid El Ghizlane fahren Sie die letzten 40 bis 60 Kilometer mit dem Geländewagen über Pisten. Seine Dünen sind niedriger, dafür fühlt sich die Weite dort besonders abgeschieden an.
Kann man die Wüste als Tagesausflug ab Marrakesch erleben?
Die großen Dünen der Sahara nicht, dafür liegt Merzouga zu weit entfernt. Als Tagesziel eignet sich die Agafay-Wüste, die Sie in etwa einer halben Stunde erreichen, mit Camps, Dinner und Ausflügen per Geländewagen oder Buggy. Auch ein Tagesausflug nach Ouarzazate und Aït-Ben-Haddou ist möglich, bedeutet aber rund vier Stunden Fahrt pro Richtung.
Wie kalt wird es nachts in der Wüste?
Deutlich kälter als am Tag. Die Sahara kennt große Unterschiede zwischen Mittag und Mitternacht, und in Winternächten herrscht in ihrem nördlichen Teil Frost. Selbst im Frühling und Herbst wird es nach Sonnenuntergang frisch. Eine warme Jacke, Mütze und lange Hosen gehören deshalb ins Gepäck; fragen Sie beim Camp außerdem nach Heizung oder zusätzlichen Decken.
Kann die Wüstentour in Fès statt in Marrakesch enden?
Ja. Von Merzouga führt die Straße über Midelt und Ifrane durch den Mittleren Atlas nach Fès, rund 450 bis 480 Kilometer oder sieben bis neun Stunden. Wer ohnehin beide Städte sehen möchte, spart so die Rückfahrt über den Hohen Atlas und verbindet Sahara und Königsstädte zu einer durchgehenden Route.
